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Modernes Arbeiten – Homeoffice und flexibles Arbeiten als Universallösung für alle?

Die Gesellschaft und die Arbeitswelt unterliegen einem ständigen Wandel. Technischer Fortschritt, Globalisierung, demografischer und institutioneller Wandel haben die Voraussetzungen des Arbeitsmarkts grundlegend verändert. Besonders junge Fachkräfte, die auf den Markt stoßen, streben nach Freiheit und Flexibilität. Doch ist Homeoffice und flexibles Arbeiten die Universallösung für alle?

 

Einer der ersten Revolutionäre der Arbeitswelt war Henry Ford. In seinem Werk in Detroit etablierte er ab dem Jahr 1914 die Arbeit nach dem Fließprinzip und der Arbeitsteilung. Dadurch konnte er die Produktionskosten seiner Automobile signifikant senken. War zu dieser Zeit noch eine handwerkliche Fertigung üblich, so wurde unter Ford das Fließband eingeführt und die Maschinen in der Reihe der Arbeitsschritte neu angeordnet. Damit sanken nicht nur die Produktionskosten, sondern auch der zeitliche Aufwand der Endmontage. Dies ist der erste Meilenstein den Ford setzte, ein weiterer, und heute durchaus noch deutlich aktueller, ist der, dass Ford die Arbeitszeiten revolutionierte. Im Zuge seiner Effektivitätssteigerung im Werk verkürzte er die Arbeitszeit auf 8 Stunden täglich, verdoppelte zeitgleich die Löhne und senkte den Preis des Ford T von 810 auf 310 Dollar.

 

Das Ergebnis: Die Ford-Mitarbeiter mussten aufgrund der Fließarbeitslösung hart arbeiten, waren aber durch vergleichsweise sehr hohe Löhne und mehr Freizeit privilegiert. Zudem reichten nun drei Monatslöhne um sich einen eigenen Ford zu kaufen, was bis dahin für die Arbeiter im Werk nahezu unerreichbar war. Ford schlug also gleich drei Fliegen mit einer Klappe: Er verbesserte die Motivation und damit die Produktivität seiner Mitarbeiter signifikant, schaffte eine ganze neue Gruppe potentieller Kunden seiner Produkte und stieg in nur einem Tag zu einem der beliebtesten Arbeitgeber des Landes auf. Fachkräfte aus ganz Amerika machten sich auf den Weg nach Detroit um sich einen Arbeitsplatz beim Automobilhersteller Ford zu sichern. Das Ergebnis dieser Revolution ist bekannt. Das 1903 gegründete Unternehmen schrieb eine Erfolgsgeschichte und gehört bis heute zu den größten Automobilherstellern der Welt.

 

 

Henry Ford als Pionier 
Das Beispiel von Ford zeigt, dass sich mutige und innovative Arbeitsmodelle auszahlen und der entscheidende Faktor im Kampf um Fachkräfte sein können. Dieser Kampf um Fachkräfte ist im Jahr 2019 aktueller denn je. Als Ergebnis des demografischen Wandels, erreichen die geburtenstarken Jahrgänge bald das Rentenalter und die Zahl der potentiellen Arbeitnehmer sinkt. Schon heute wird viel über einen steigenden Fachkräftemangel diskutiert und es ist anzunehmen, dass die Situation sich in den nächsten Jahren weiter zuspitzt. Dem entgegen steht die technische Entwicklung, die viele einfache Arbeiten automatisiert. Laut einer Oxford-Studie aus dem Jahr 2017 werden in 25 Jahren 47% der aktuellen Jobs verschwunden und dem technischen Fortschritt zum Opfer gefallen sein. Dies trifft vor allem Arbeiten in der Produktion, doch laut der Studie können beispielsweise auch Buchhalter, Ärzte, Juristen, Lehrer, Bürokraten und Finanzanalysten einfach ersetzt werden. Die Nachfrage nach kreativen Jobs, die nicht durch Computer oder Algorithmen übernommen werden können, wird dafür steigen. Dieser Kampf um die kreativen Fachkräfte der Zukunft könnte die Arbeitswelt ähnlich verändern wie die Veränderungen von Henry Ford in seinem Werk in Detroit. Kreatives Arbeiten benötigt völlig andere Voraussetzungen als „traditionelles Arbeiten“. Schon heute ist die Anwesenheit am Arbeitsplatz oft nicht mehr notwendig, doch tun sich viele Verantwortliche noch sehr schwer damit, ihren Mitarbeitern diese Freiheit einzuräumen. Viele Chefs befürchten, dass die Angestellten zuhause faul, nicht erreichbar und unmotiviert sind. Bisherige Ergebnisse zeigen jedoch das Gegenteil. Angestellte wollen, ähnlich wie beim Modell der Vertrauensarbeitszeit, den Vorschuss an Vertrauen zurückzahlen und arbeiten daher zuhause sogar deutlich produktiver als im Büro. Zudem sind die Angestellten im Homeoffice laut Studien des Softwareunternehmen Tinyplus und des Forbes-Magazin zufriedener als ihre Kollegen im Büro und seltener krank.

 

 

Generationen X und Y im Fokus
Das Modell des Homeoffice ist nur eines der vielen Modelle, die Unternehmen und Politik anbieten und diskutieren, um auf die Veränderungen des Arbeitsmarktes einzugehen. Besonders im Fokus stehen dabei auch die Einstellungen der jungen Generationen. So ordnet die Generation Y, also grob die Jahrgänge von 1980 bis 1995 die Wertigkeit von Zeit höher an, als die von Karriere und Geld. Diese Generation zweifelt das Lebensmodell ihrer Eltern an, dass die Arbeit im Zentrum des Handels steht. Freizeit, nicht Geld, gilt als Statussymbol der Generation Y. Dieser Trend setzt sich in der nächsten Generation, der Generation Z fort. Umfragen zeigen, dass auch für sie nicht die Höhe des Gehalts oder der Status der Arbeitsstelle entscheidend ist, sondern Selbstverwirklichung, Spaß am Beruf, gutes Arbeitsklima, sowie ein angenehmes Arbeitsumfeld im Vordergrund stehen. Der Begriff der Work-Life-Balance gewinnt also immer mehr an Wert. Arbeitsmodelle, die in beiden Generationen nicht gut ankommen sind Großraumbüros oder Desk-Sharing-Lösungen. Dies zeigt eine Studie von Savillis, die sich mit dem Büro der Zukunft befasst. In dieser Studie wurden 1.250 Deutsche unter 35 befragt. Während Großraumbüros ganz grundsätzlich abgelehnt wurden, schnitt die Desk-Charing-Variante nur unwesentlich besser ab. In der Generation Y fand sie noch 50% Befürworter, bei der Generation X waren es dann nur noch 35%. Besonders kreative Fachkräfte können klassischen Arbeitsmodellen und klassischen Arbeitsplätzen wenig abgewinnen. Schon heute zieht es viele Digital Natives ins Ausland, um von dort aus digitale Dienstleistungen anzubieten. Sie arbeiten teils selbstständig, als Freelancer oder auch schon als Angestellte an paradiesischen Orten dieser Welt. Besonders Bali gilt als beliebtes Ziel dieser sogenannten „Jobnomaden“.

 

 

6-Stunden-Tag, 4-Tage-Woche und Bedingungsloses Grundeinkommen
Während hier die Arbeitnehmer selbstständig Lösungen finden, suchen zeitgleich Politik und Wissenschaft auch nach revolutionären Arbeitsmodellen. So experimentieren die skandinavischen Länder schon mit dem 6-Stunden-Tag oder der 4-Tage-Woche und in Kanada und Finnland wurden schon Versuche zum Bedinungslosen Grundeinkommen durchgeführt. Der Tenor der Ergebnisse ist bisher: Die Menschen sind zufriedener und produktiver, doch lässt es sich auf Dauer (noch) nicht finanzieren. Bei einer Studie in einer Großmolkerei in Norwegen, bei der die wöchentliche Arbeitszeit von 40 auf 30 Stunden bei gleicher Bezahlung reduziert wurde, steigerten die Mitarbeiter ihre Produktivität um 50% und schafften damit in 10 Stunden weniger Zeit mehr Ertrag für das Unternehmen. Mehrere Studien zeigen, dass viele Menschen zwar acht Stunden am Tag körperlich am Arbeitsplatz anwesend sind, im Schnitt aber nur wenige davon konzentriert arbeiten können. Große Fragezeichen bleiben jedoch in der Finanzierung solcher Modelle, da der Stundenlohn jedes Einzelnen dabei exponentiell ansteigt. So konnten viele dieser Studien nicht länger fortgesetzt werden, da die Finanzierung nicht mehr möglich war.

 

 

Gibt es die Universallösung?
Die Thematik um den Arbeitsplatz der Zukunft ist äußerst komplex. Eine Universallösung, die alle Fragen beantwortet und alle Beteiligten zufrieden stellt gibt es aktuell nicht. Die jungen Fachkräfte treten selbstbewusst auf und werden in ihren Forderungen von den Zahlen des demografischen Wandelns gestützt. Bei allen Forderungen und Ideen ist trotzdem die Realisierbarkeit und hier besonders die Finanzierung neuer Arbeitsmodelle zu überprüfen. Wollen Unternehmen in Zukunft aber im Rennen um die Fachkräfte gut positioniert sein, sollten sie sich jedoch mit den Ergebnissen der Studien und den Ansprüchen der Generationen X und Y beschäftigen. Es gilt hier einen Weg zu finden, der für beide Seiten realisierbar und umsetzbar ist. Der Trend zum Homeoffice ist bereits eine moderne Entwicklung, doch gibt es auch hier nicht nur Vorteile. Es gibt keine universelle Lösung und es muss von Betrieb zu Betrieb entschieden werden, welche Modelle grundsätzlich überhaupt möglich sind. So gibt es noch viele Jobs, bei denen die Arbeit nicht einfach von Zuhause erledigt werden kann und so Anwesenheit vor Ort noch unabdingbar ist. Arbeits- und Arbeitsplatzkonzepte sind individuell und müssen sich an den Herausforderungen des Unternehmens orientieren. Dass sich revolutionäre Lösungen jedoch auszahlen können bewies bereits Henry Ford 1914 in seinem Werk in Detroit.

 

Haben sie Fragen zum mobilen Arbeitsplatz oder wollen Arbeitsabläufe in ihrem Unternehmen optimieren? Wir beraten sie gerne! Kontaktieren sie ihren Ansprechpartner bei Medialine AG oder senden sie uns einfach eine Mail an sales@medialine.ag

 

Über Medialine AG

Als Full-Service IT&C-Systemhaus steht die Medialine AG für maßgeschneiderte Lösungen für den Mittelstand. Seit über 15 Jahren verlassen sich Kunden auf Expertise und Know-how in den Bereichen IT&C Infrastructure, Managed & Cloud Services sowie Business Solutions. Heute betreut die Medialine AG hunderte mittelständische und große Unternehmen mit Premium IT-Services. Durch die bundesweite Ausrichtung profitieren die Kunden von einem engen Netz von Vertriebs- und Technikressourcen, mit der eine optimale Servicebetreuung vor Ort ermöglicht wird.

Kontakt:

Saskia Brose

Marketing/PR

Mail: saskia.brose@medialine.ag

Tel: +49 6751 – 85378-0

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